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19.08.2020, 08:05 Uhr
Lechner: Im Luther Forst ist der Klimawandel deutlich zu spüren
Land fördert Waldbesitzer Der Klimawandel hat dem Luther Forst zwischen der B441 und der Bahntrasse zugesetzt. Verursacht durch das Sturmtief Friederike 2018, die darauffolgenden viel zu trockenen Winter und Sommer und den stark angestiegenen Borkenkäferbefall klaffen deutlich sichtbare Lücken im Baumbestand. 
Erkunden die Folgen des Klimawandels: Christiane Schweer, Sebastian Lechner MdL, Manfred Wenzel und Sebastian Bölsing
Mit dem Vorsitzenden der Forstgenossenschaft Luthe, Sebastian Bölsing, war der Landtagsabgeordnete Sebastian Lechner unterwegs, um sich selbst ein Bild zu machen: „Auch für Laien sind die Schäden deutlich sichtbar. Wie der Forstgenossenschaft geht es vielen Waldbesitzern in Niedersachsen. Allein 59 Prozent des Waldbestandes in Niedersachsen sind im Privatbesitz. Deshalb erhalten Waldeigentümer mehr finanzielle und personelle Unterstützung vom Land“, betont Lechner.In diesem Jahr sei die forstliche Förderung um das Dreifache auf 29 Millionen erhöht worden. Davon wurden bis jetzt 14 Millionen Euro abgerufen. In den Folgejahren soll das Volumen nochmals auf 35 Millionen Euro angehoben werden. Die Förderhöhe der einzelnen Programme kann dabei bis zu 90 Prozent der Kosten abdecken, einschließlich der forstfachlichen Beratung und Betreuung durch Förster und andere Dienstleister, erläutert Lechner. Besonders die Fichten hätten unter den klimatischen Bedingungen der letzten Jahre gelitten, macht Bösing klar. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Borkenkäferpopulation extrem vermehrt hat und sich auch auf Bäume ausgebreitet hat, die bisher keinen Befall aufwiesen. Deshalb ist die Forstgenossenschaft dazu übergegangen, verstärkt mit Lärchen aufzuforsten. Diese hätten sich im Luther Forst als besonders widerstandsfähig erwiesen.Die Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Luther Forstgenossenschaft besteht aus 80 Mitgliedern mit 90 Waldanteilen. „Der Luther Forst ist ein ökologisch sinnvoll gestalteter Mischwald und keine Monokultur oder Plantage“, hebt Bölsing hervor, der auch hauptberuflich als Forstmann tätig ist.

Die Landesfördermittel begrüßt Bölsing ausdrücklich, weist aber auch darauf hin, dass die Bürokratie im Zusammenhang mit der Antragstellung für Waldbesitzer in manchen Fällen eine Hürde darstellt. „Waldeigentümer leisten durch die nachhaltige Bewirtschaftung einen wertvollen Beitrag zur CO2-Specherung, zur biologischen Vielfalt, zum Artenschutz und für den Klimaschutz in Niedersachsen. Deshalb sind die enorm aufgestockten Fördermittel wichtig und richtig“, erklärt Lechner abschließend. Das Anliegen, das Antragsverfahren an der einen oder anderen Stelle zu vereinfachen, will er mit nach Hannover nehmen.